Milchzahnkaries nicht unterschätzen!Die KZBV zum Tag der Zahngesundheit 2017

Berlin (ots) – Entgegen einer weitverbreiteten Fehleinschätzung hat Karies im Kleinkindalter auch äußerst negative Auswirkungen auf die spätere Mundgesundheit von Erwachsenen. Darauf weist die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) anlässlich des Tages der Zahngesundheit am kommenden Montag (25. September) hin. „Wenn schon Milchzähne an Karies erkranken und nicht rechtzeitig behandelt werden, ist auch für später nachwachsende Zähne das Kariesrisiko deutlich erhöht“, sagte Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV.

Aktuelle Studie belegt Risiken

Eine aktuelle, wissenschaftliche Studie der Universität Witten/Herdecke (Jordan et al. 2016) kommt zu entsprechend eindeutigen Ergebnissen: So wiesen bei Studienteilnehmern, die bereits kariöse Erkrankungen an den Milchzähnen hatten, durchschnittlich 14,8 mehr Zahnflächen eine Karies auf, als bei solchen, die als Kind kariesfrei waren. Ein Unterschied war ebenfalls an der Zahl fehlender Zähne erkennbar: Hier hatten Probanden, die bereits an frühkindlicher Karies erkrankt waren, im Schnitt 3,8 funktionstüchtige Zähne weniger. Auch hinsichtlich der Mundhygiene zeigten sich deutliche Defizite im Vergleich zu den Personen, deren Milchgebiss kariesfrei war.

Dr. Wolfgang Eßer: „Viele Eltern unterschätzen leider immer noch die mitunter verheerenden Auswirkungen frühkindlicher Karies, auch Nuckelflaschenkaries genannt. Dabei sind Erkrankungen an Milchzähnen nicht einfach verschwunden, weil später bleibende Zähne nachwachsen. Vielmehr sind häufig gravierende Folgeschäden im späteren Kindes- und Erwachsenenalter die Konsequenz. Diese Entwicklung hat nicht zuletzt auch erhebliche ökonomische Konsequenzen für Betroffene und Kostenträger. Nach uns vorliegenden Zahlen ist die Versorgung von Menschen mit frühkindlicher Karieserfahrung immerhin etwa viermal so teuer, wie die Behandlung von Patienten mit gesunden Milchzähnen.“ Aus vertragszahnärztlicher Sicht werde Eltern deshalb dringend empfohlen, die zahnärztlichen Vorsorgeangebote für ihre Kinder wahrzunehmen, die die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) vorsehe: „Neben der Vorsorge zuhause, durch richtiges Zähneputzen und eine zahngesunde Ernährung, sollten Eltern mit ihrem Kind ab dem Durchbruch der ersten Milchzähne zweimal im Jahr zur Kontrolle in die Praxis gehen. Denn besonders diese regelmäßigen Termine tragen nachweislich zur Früherkennung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten bei“, sagte Eßer.

Das zahnärztliche Versorgungskonzept „Frühkindliche Karies vermeiden“ (ECC-Konzept), ein entsprechender Ratgeber für die zahnärztliche Praxis, die Broschüre „Gesunde Zähne für Ihr Kind“, sowie weitere nützliche Informationen können auf der Website der KZBV abgerufen werden.

Hintergrund: Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen

Seit September 2016 sind im gelben Kinderuntersuchungsheft auf Betreiben der KZBV als stimmberechtigte Trägerorganisation im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) folgende Verweise zu vertragszahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen vorgesehen:

- im Zeitraum der U5 (6. - 7. Lebensmonat) zur Abklärung von
  Auffälligkeiten an Zähnen und Schleimhaut, 
- im Zeitraum der U6 (10. - 12. Lebensmonat) zur Abklärung von
  Auffälligkeiten an Zähnen und Schleimhaut, 
- im Zeitraum der U7 (21. - 24. Lebensmonat) zur Abklärung von
  Auffälligkeiten im Kieferwachstum und an Zähnen und Schleimhaut, 
- im Zeitraum der U7a (34. - 36. Lebensmonat) zur zahnärztlichen
  Früherkennungsuntersuchung, 
- im Zeitraum der U8 (46. - 48. Lebensmonat) zur zahnärztlichen
  Früherkennungsuntersuchung, 
- im Zeitraum der U9 (60. - 64. Lebensmonat) zur zahnärztlichen
  Früherkennungsuntersuchung. 

Hintergrund: Zahnkaries

Die Zahnkaries (lat.: caries ‚Morschheit‘, ‚Fäulnis‘, auch Zahnfäule oder Zahnfäulnis; Fachausdruck Caries dentium) ist eine multifaktorielle Erkrankung der Zahnhartgewebe Zahnschmelz und Dentin, unter Beteiligung von Mikroorganismen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Behandlungskosten für chronische Erkrankungen steht die Karies weltweit an vierter Stelle und ist damit eine der häufigsten chronisch-degenerativen Erkrankungen.

Hintergrund: Tag der Zahngesundheit

Seit dem Jahr 1991 stellt der Tag der Zahngesundheit (TdZ) jeweils am 25. September die Vorsorge, die Verhütung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen sowie die Aufklärung und Förderung von Eigenverantwortung in den Mittelpunkt. In Bundesländern, Städten und Gemeinden wird mit verschiedenen Veranstaltungen über jeweils wechselnde Schwerpunkte informiert. In diesem Jahr steht der bundesweite Aktionstag unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Gemeinsam für starke Milchzähne“.

Jordan, A. R., et al. (2016). Early Childhood Caries and Caries Experience in Permanent Dentition. Swiss Dental Journal 126(2): 114-119.

Pressekontakt:

Kai Fortelka
Telefon: 030 280 179 27
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Bis zu 37 Prozent des Einkommens werden in Hamburg für das Wohnen aufgewendet

Hamburg (ots) – Seit Jahren steigen die Immobilienpreise in Hamburg. In einigen Stadtteilen ist das Preisniveau ähnlich hoch wie in München. Dies zeigt der Erschwinglichkeitsindex EIMX von ImmobilienScout24. Mit dem EIMX analysiert das Unternehmen das regionale Verhältnis von Kaufkraft und Wohnkosten in über 400 Städten und Kreisen in Deutschland.

Der Wohnkostenanteil beträgt in den Hamburger Top-Stadtteilen deutlich über 30% und liegt über dem stadtweiten Durchschnitt von 23,5%. Hoheluft-Ost hat mit 37% den höchsten Wohnkostenanteil. Auch Bezirke wie Harvestehude, Rotherbaum und Eppendorf sind für Geringverdiener unbezahlbar geworden. Hier müssen Einwohner mehr als 33% ihres Haushaltsnettoeinkommens für das Wohnen aufwenden und Mieten zwischen 13EUR und 15EUR bezahlen.

„Zentral gelegene Wohnungen sind in Hamburg kaum zu finden, geschweige denn bezahlbar. Hamburger müssen im Schnitt rund 23 Prozent ihres Einkommens für die Wohnkosten aufbringen. In manchen Stadteilen sogar mehr als 30 Prozent. Dabei sind hier noch gar nicht die Betriebs- und Nebenkosten eingerechnet“, so Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24.

St. Pauli findet sich mit 34% auf Platz 5 der Bezirke mit dem höchsten Wohnkostenanteil. Der Grund: die Areale jenseits der Reeperbahn entwickeln sich zu nachgefragten Wohngegenden. Beliebte Stadtteile wie Sternschanze, Hoheluft-West und Eppendorf haben die höchste Zunahme des Wohnkostenanteils von 2013 zu 2016 mit bis zu 4,3%. Aber auch Harvestehude, St. Pauli und Winterhude mit jeweils 3,6% befinden sich unter den Stadtteilen mit der höchsten Steigerung.

Über den Erschwinglichkeitsindex

EIMX ImmobilienScout24 analysiert mit dem Erschwinglichkeitsindex EIMX das regionale Verhältnis von Kaufkraft pro Haushalt und Wohnkosten. Die aktuell ausgewerteten Immobilienmarktdaten stammen aus 2016. Das Verhältnis von Kaufkraft und den anteiligen Wohnkosten bezieht sich auf eine Referenzwohnung: 3 Zimmer, 80m2, 30 Jahre, mit Einbauküche, Balkon und Keller, mittlere Ausstattungsqualität und mittlerer Objektzustand.

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