Mehr Geld für Pflegekräfte ist möglichPolitik und Kassen müssen mitziehen

Erfurt (ots) – Während eines Treffens mit der thüringischen Sozialministerin Heike Werner machte die Vorsitzende des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) Margit Benkenstein deutlich, dass neben der Steigerung des Mindestlohns für Pflegehilfskräfte seit dem 1. Januar 2018 weitere Lohnzuwächse möglich und nötig sind. Im November hatte der bpa den Startschuss für einheitliche Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) gegeben. „Der bpa hat seine Hausaufgaben gemacht: Durch die Einführung der AVR gibt es ein transparentes Vergütungssystem, das analog zu den Tarifverträgen gestaltet ist. Dadurch können bereits die Einstiegsgehälter für Fachkräfte in unseren rund 220 Mitgliedseinrichtungen auf 2.400 Euro steigen; allerdings nur, wenn sowohl die Kranken- und Pflegekassen als auch die Sozialhilfeträger mitziehen“, so Margit Benkenstein, die aufseiten der Kostenträger und der Politik mangelnde Entschlossenheit bei der Einführung der höheren Entgelte bemängelt. „Wir haben geliefert und vernehmen seit Wochen nichts als Zaudern und Zögern“, kritisiert die bpa-Vorsitzende und fügt hinzu: „Auch die Verantwortlichen in der Politik müssen nun der Öffentlichkeit vermitteln, dass höhere Löhne in der Pflege auch zu einer höheren finanziellen Belastung für die pflegebedürftigen Menschen führen. Pflege wird spürbar teurer.“

Am 1. Januar 2018 ist der Mindeststundenlohn für Pflegehilfskräfte in Thüringen um 5,8 Prozent gestiegen. Mit 10,05 Euro liegt er deutlich über dem allgemeinen Mindestlohn von 8,84 Euro. Allerdings verdienen schon jetzt viele Hilfskräfte in der Pflege in Thüringen mehr; für Fachkräfte gilt das ohnehin.

In Thüringen hat sich die Pflege mehr als jede andere Branche als beständiger Jobmotor erwiesen. Allein in den vergangenen gut zehn Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten von 15.000 auf über 30.000 mehr als verdoppelt.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 220 in Thüringen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Für Rückfragen: Thomas Engemann, bpa-Landesbeauftragter, Tel.:
0361/653 86 88, www.bpa.de

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